Das solltest du mitnehmen
- Hauptfeinde in der Natur: Dachs und Uhu.
- Fuchs, Marder und Hunde gefährden vor allem junge und schwache Igel.
- Ratten und Katzen sind eher Futterkonkurrenten und Störfaktoren.
- Die größten Gefahren sind menschengemacht – und im eigenen Garten vermeidbar.
Welche natürlichen Feinde hat der Igel?
Bei Gefahr rollt sich der Igel ein und richtet seine Stacheln auf. Gegen die meisten Tiere reicht das. Als tierische Hauptfeinde nennen das Igelzentrum Zürich, die Deutsche Wildtier Stiftung und der BUND Naturschutz übereinstimmend Dachs und Uhu: Der Dachs kann eine Igelkugel mit seinen kräftigen Krallen öffnen, der Uhu greift mit langen Fängen durch das Stachelkleid.
Beide Arten sind in vielen Siedlungsgebieten selten. Im typischen Hausgarten spielen natürliche Fressfeinde deshalb eine deutlich kleinere Rolle als auf dem Land oder am Waldrand – was nicht heißt, dass Igel dort sicher wären.
Fachliche GrundlageIgelzentrum Zürich: Häufige Fragen↗Deutsche Wildtier Stiftung: Igel – Lebensweise, Nahrung und Winterschlaf↗BUND Naturschutz: So helfen Sie dem Igel richtig↗
Fuchs und Marder: Gefahr für junge und schwache Tiere
Füchse und Marder sind laut Igelzentrum Zürich vor allem für junge, kranke und schwache Igel gefährlich. Ein gesunder, fest eingerollter erwachsener Igel ist für sie schwer zu überwältigen. Gefährdet sind Nester mit Jungtieren, Igel im Winterschlaf an schlecht geschützten Plätzen und Tiere, die sich wegen Krankheit oder Unterkühlung nicht mehr einrollen.
Daraus folgt ein praktischer Punkt für den Garten: Ein Quartier mit kleinem Eingang, versetztem Gang und stabilem Dach schützt gerade die Phasen, in denen sich ein Igel nicht selbst verteidigen kann.
Fachliche GrundlageIgelzentrum Zürich: Häufige Fragen↗
Hunde und Katzen: Haustiere als Risiko
Nicht angeleinte Hunde stellen nach Einschätzung des Igelzentrums Zürich eine große Gefahr dar. Sie stöbern Igel in Hecken und Laubhaufen auf, beißen zu oder graben Nester aus. Wer abends und nachts mit dem Hund im Garten ist, behält ihn in der Nähe von Hecken und Igelhaus an der Leine – besonders im Frühsommer, wenn Jungtiere im Nest liegen.
Katzen sind für erwachsene Igel selten eine direkte Gefahr, stören aber an Futterstelle und Quartier und können Jungtiere verletzen. Der BUND Naturschutz empfiehlt, den Kontakt zwischen Igeln und Haustieren zu vermeiden und Futter geschützt in einem Futterhaus anzubieten.
Fachliche GrundlageIgelzentrum Zürich: Häufige Fragen↗BUND Naturschutz: So helfen Sie dem Igel richtig↗
Sind Ratten Feinde des Igels?
In den von uns geprüften Naturschutzquellen tauchen Ratten nicht als Fressfeinde des Igels auf. Relevant sind sie auf andere Weise: Sie konkurrieren um angebotenes Futter, verschmutzen Futterstellen und nutzen Igelhäuser, in denen gefüttert wird, als Unterschlupf. Für wehrlose Tiere – Nestlinge oder Igel im Winterschlaf – ist außerdem jede Störung im Quartier ein Risiko.
Der Schutz beginnt deshalb beim Futter und nicht bei der Bekämpfung: kein Futter im Schlafhaus, Reste morgens entfernen, Futterstation getrennt aufstellen. Von offen ausgelegtem Rattengift ist abzuraten; das Umweltbundesamt weist auf Vergiftungsrisiken für Nicht-Zieltiere hin, zu denen auch Igel gehören können.
Fachliche GrundlageUmweltbundesamt: Rodentizide und Risiken für Nicht-Zieltiere↗BUND Naturschutz: Was fressen Igel?↗
Die größte Gefahr: Straßen, Mähroboter und Gift
„Hauptfeind des Igels ist das Auto“, schreibt der BUND Naturschutz. Die Deutsche Wildtier Stiftung geht von rund einer halben Million überfahrener Igel pro Jahr aus; Straßen, Zäune und Mauern zerschneiden außerdem die Lebensräume. Dazu kommen Gartengeräte: Die Gefahr durch Mähroboter wird laut Wildtier Stiftung noch immer unterschätzt, weil verletzte Tiere sich verkriechen und unbemerkt sterben.
Chemische Mittel gegen Schnecken und andere vermeintliche Schädlinge treffen Igel doppelt – über das Gift selbst und über vergiftete Beutetiere. Der NABU nennt außerdem Kellertreppen, Lichtschächte und Regensammelgefäße als Fallen und rät, keine Schlagfallen aufzustellen und Vogelschutznetze nicht bis zum Boden zu spannen.
- Straßenverkehr und zerschnittene Lebensräume
- Mähroboter, Motorsensen und Laubsauger
- Schneckenkorn, Rattengift und andere Biozide
- Schächte, Kellertreppen, steile Teichufer
- bodennahe Netze, Schlagfallen und Drahtenden
Fachliche GrundlageBUND Naturschutz: So helfen Sie dem Igel richtig↗Deutsche Wildtier Stiftung: Igel – Lebensweise, Nahrung und Winterschlaf↗NABU: Mähroboter – Gefahr für Igel↗NABU: Igelschutz im Garten – Unterschlupf für Winterschläfer↗
So machst du deinen Garten sicherer
Die meisten Gefahren lassen sich mit wenig Aufwand entschärfen. Mähroboter laufen nur tagsüber und nie in der Dämmerung; vor dem Mähen unter Hecken wird nachgesehen. Schächte werden abgedeckt, Teiche erhalten eine flache Ausstiegszone, Netze enden über dem Boden. Auf Gift wird verzichtet.
Ebenso wichtig ist das Gegenstück: Verstecke. Laub- und Reisighaufen, Holzstapel und ein geschütztes Igelhaus geben Igeln Rückzugsorte, an denen Fressfeinde und Haustiere sie schwer erreichen. Durchschlupfe im Zaun verbinden Gärten, ohne dass die Tiere über die Straße müssen.
- Mähroboter nur tagsüber betreiben
- Schächte abdecken, Teichausstieg schaffen
- kein Schneckenkorn, kein offenes Rattengift
- Laub- und Reisighaufen liegen lassen
- Hund abends in Heckennähe anleinen
- Durchgänge zwischen Gärten offen halten
Fachliche GrundlageNABU: Igelschutz im Garten – Unterschlupf für Winterschläfer↗Pro Igel: Igelfreundlicher Garten↗
Häufige Fragen
Welche Tiere fressen Igel?
Vor allem Dachs und Uhu. Füchse und Marder erbeuten in erster Linie junge, kranke oder geschwächte Tiere.
Sind Katzen eine Gefahr für Igel?
Für gesunde erwachsene Igel selten. Sie stören aber an Futterstelle und Quartier und können Jungtiere verletzen – ein kleiner Eingang und ein Futterhaus helfen.
Was ist die größte Gefahr für Igel?
Der Mensch: Der BUND Naturschutz nennt das Auto als Hauptfeind. Dazu kommen Mähroboter, Gifte und Gärten ohne Verstecke.
Wie schützt sich ein Igel vor Feinden?
Er rollt sich zu einer Stachelkugel ein. Gegen Dachs und Uhu hilft das kaum, gegen Autos und Mähroboter gar nicht.
Quellen & weiterführende Informationen
Fachliche Quellen geprüft: 13. Oktober 2026. Produktmerkmale stammen separat aus der im Projekt bereitgestellten Datenbasis.
- Igelzentrum Zürich: Häufige Fragen
- Deutsche Wildtier Stiftung: Igel – Lebensweise, Nahrung und Winterschlaf
- BUND Naturschutz: So helfen Sie dem Igel richtig
- NABU: Igelschutz im Garten – Unterschlupf für Winterschläfer
- NABU: Mähroboter – Gefahr für Igel
- Umweltbundesamt: Rodentizide und Risiken für Nicht-Zieltiere
